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EXPO: Flower-Power – die Schweiz in Kasachstan

EXPO: Flower-Power – die Schweiz in Kasachstan

Im Vorfeld meiner diesjährigen Ferien hörte ich immer wieder… «und was machst du da?» Die Frage ist durchwegs berechtigt, denn wer geht schon in seinen Sommerferien nach Kasachstan. Die Antwort; ich. Doch nicht ohne Grund ging es in dieses zentralasiatische Land, welches viele nur aus dem Film Borat kennen. Es ist die Weltausstellung, die Expo, welche mich für fünf Tage in die kasachische Hauptstadt Astana trieb. Die Stadt selbst überrascht, wer Lehmhäuser und Wellblechdächer erwartet hat, wird enttäuscht. Dagegen landet man im frisch erbauten Airport Terminal und fährt auf dem Weg in die Innenstadt an duzenden gläsernen Hochhäusern vorbei, wo selbst mein Zürcher Reisekollege neidisch wird. Und doch ist das Ganze mehr Schein als Sein. Wer sich die Zeit nimmt und 30km ins Inland fährt merkt schnell, dass hier noch immer Armut herrscht. Geld gibt es nicht. Man kennt den klassischen Tauschhandel. Bort gegen Milch oder Fleisch gegen Gemüse. Als Tourist geht man hier besser nicht hin, zumal es eigentlich auch verboten ist.

 

Nun aber zurück zur Expo. Anders als vor drei Jahren (damals fand die Expo in Mailand statt), ist wohl nur sehr wenigen Schweizern bewusst, dass aktuell die Weltausstellung stattfindet. Hört man doch hierzulande nicht gerade viel davon. Mit dem Thema «Future Energy: Action for Global Sustainability» wäre es jedoch durchwegs auch für viele Schweizer Unternehmen interessant, dort einmal vorbei zu gehen. Die ABB hat dies erkannt und präsentiert grossflächig mit ihren Ideen und hat mit Solar Impulse auch noch gleich einen perfekten Aufhänger gefunden. Grossflächig ja fast schon überdimensional präsentiert sich das Gastgeberland. Als innovativ und modern zeigt sich Kasachstan und dabei geht fast schon vergessen, dass die Milliarde für die Expo vorwiegend aus Gewinnen von Öl- und Gasverkauf stammen. Dies sei aber hier nur am Rande erwähnt.

 

In meinen fünf Tagen besuchte ich alle 115 Länderpavillons sowie sämtliche Themenpavillons und die Unterschiede sind frappant. Als erstes möchte ich an dieser Stelle klarstellen, dass die immer wieder kritisierten CHF 4.2mio für der Schweizer Pavillon sehr gut investiert wurden. Nicht umsonst gehört der Schweizer Pavillon zu den innovativsten und interessantesten. Das zeigt auch, dass die Besucher gut und gerne mal 30min anstehen um überhaupt hinein zu kommen, was nur bei sehr wenigen Pavillons der Fall ist.

 

Die Schweiz selbst präsentiert sich in drei Themenbereichen. Zum einen mit ihrer Innovationskraft im Bereich Solarenergie. Am Beispiel der Monta Rosa Hütte wird aufgezeigt wie die Sonnenenergie ortunabhängig effizient genutzt werden kann. Zudem werden mit SolarImpulse und SolarStratos zwei Schweizer Pionierprojekte vorgestellt. Im zweiten Bereich zeigt die Schweiz am Beispiel der Rösti, wie dank Smart Living bzw. Smart Cooking Energie auf einfache Art im Alltag reduziert werden kann. Das am Ende der Vorführung auch gleich noch ein bisschen probiert werden darf, freut vor allem die Asiatischen Besucher. Im dritten Bereich dreht sich alles um das Thema Wasser. Jedoch nicht nur aus Schweizer Sicht, sondern aus Globaler Sicht. Ergänzt werden die drei Themenbereiche zudem mit klassischen Spielterminals sowie dem Swissnex Labor, welches Studierende aus Kasachstan zu wissenschaftlichen Workshops einlädt. Mehr dazu unter http://www.swisspavilion.org erläutert.

 

Insgesamt zeigen sich die Länder sehr unterschiedlich und so habe ich auch einiges während diesen fünf Tagen erlebt. Für mich die grössten Enttäuschungen waren die Pavillons der USA und Indien. Wäre doch das Thema gerade für diese beiden Länder prädestiniert und wichtig. Doch fallen sie gegenüber den anderen grossen Industrienationen deutlich ab. Während die USA vorwiegend die Beziehungen zwischen ihnen und Kasachstan hervorheben, gleicht der Indische Pavillon mehr einem Basar inklusiven den uns allen wohl bekannten «Good price, good price» Händlern. Bedenken wir, dass gerade diesen beiden Ländern zu den grössten Umweltsündern gehören, mache ich mir tatsächlich ein bisschen Sorgen über unsere Zukunft. Doch es gab auch sehr positive Überraschung. Mein absoluter Favorit war Angola. Ein Land, dass selbst nicht über genügend Ressourcen verfügt, mahnt zum Energiesparen in einem emotional aufgebauten Pavillon. Hier könnten einige was lernen.

 

Das wohl kurioseste Erlebnis machten wir im Pavillon der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, als wir unverhofft Teil der Vernissage der bekannten Chinesischen Malers Li Xin Sheng 李新聲 wurden. Und so fanden wir uns kurz um im geschlossen 2. Stock mit mehreren Medienvertretern und tauschten uns gemeinsam mit Li über seine Bilder aus. Wo nun die die duzenden Fotos publiziert wurden, haben wir noch nicht herausgefunden.

 

Zusammengefasst kann ich sagen, der Besuch hat sich gelohnt und die Vertreter im Schweizer Pavillon würde sich über mehr Schweizer Besuch freuen. Die Chance dazu gibt es noch bis am 30. September 2017, dann schliesst die Expo ihre Türen. Ein Flug über Moskau mit Aeroflot ist übrigens empfehlenswert und wer Zeit hat, sollte diese nutzen und auch noch Abstecher in Moskau machen.

 

Übrigens die nächste Expo öffnet am 20. Oktober 2020 in Dubai ihre Tore.

 

 

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